Dorfausflug: Marzipan, „Marittima“ und Maigrün

Regenschirme und warme Jacken konnten getrost zu Hause bleiben, als am Sonnabend, 27. Mai 2017, bereits um 8.00 Uhr die Passader Dorffahrt startete. Sonnenschein von morgens bis abends begleitete uns (24 Passader/innen und 1 Urlauberin aus Pinneberg) an diesem Tag. Im Reisebus der Firma Peters ging es zunächst in Richtung Lübecker Innenstadt, wo wir ab 10.00 Uhr Aktuelles und Geschichtliches zum Thema „Marzipan“ erfuhren. Angemeldet im Traditionshaus Niederegger als „Likörchen-Gruppe“ wurde jedem von uns zur Probe ein Gläschen Marzipanlikör und ein Stück „Schwarzbrot“ in Form von edlem Niederegger-Marzipan, umhüllt von Zartbitterschokolade, serviert. Dazu erhielten wir Informationen über die Herstellung von Marzipan, die Verzierung mit Farben in Handarbeit und die Tonnen dieser kostbaren Masse, die jährlich in alle Welt verschickt werden. Ab 11.00 Uhr traf sich die Gruppe zur Weiterfahrt nach Travemünde. Dort angekommen, entschied unser Reiseleiter Ulf Brandt kurzfristig, die Schiffs-Rundtour zu verschieben zu Gunsten eines Picknicks am Bus, das wir Helga Klindt zu verdanken hatten. Zum Kaffee vom Busfahrer gab’s reichlich Brötchen, dazu Wurst, Käse und leckere Kleinigkeiten für alle Reisenden. Gute Idee! Vielen Dank dafür. Danach stand die Zeit bis 14.00 Uhr zur freien Verfügung. Schiffe gucken, auf der Promenade flanieren, schöne alte Fachwerkhäuser bewundern – der historische Ortskern von Travemünde präsentierte sich in leuchtenden Farben im Kontrast zum Hochhaus des Maritim-Hotels. Anschließend begaben wir uns an Bord der „Marittima“, die in ihrem langen Schiffsleben schon so manchen Hafen in verschiedenen Erdteilen gesehen hat. Umweht von einer sanften Brise, schipperte uns der Kapitän in Richtung Ostsee mit Blick auf das Segelschulschiff „Passat“ und den rappelvollen Strand, danach in Richtung Industriehafen und Fähranleger nach Finnland. Dazu gab’s Informationen und Daten über den Hafenbetrieb. Wieder an Land, sollte unsere Fahrt nun schnurstracks nach Timmdorf bei Malente gehen. Dort waren wir um 15.30 Uhr im Landgasthof Kasch, der gerade seinen 125. Geburtstag feiern konnte, zum Kaffee angemeldet. Dichter Verkehr auf der Bäderstraße machte das jedoch unmöglich, und die nächste Verzögerung ließ auch nicht lange auf sich warten. In Malente war die Durchfahrt in Richtung Timmdorf wegen eines Flohmarktes gesperrt. Die entsprechende Umleitung, vom „Navi“ des Busfahrers vorgeben, führte uns im weiten Bogen durch die liebliche maigrüne Holsteinische Schweiz. Nach einer dreiviertel Stunde schließlich waren wir wieder an dem Punkt, an dem wir gestartet waren. Reiseleiter Ulf ließ per Handy Familie Kasch wissen, dass wir kommen, nur wann, wisse er nicht. Ein leicht irritierter Busfahrer und hinter sich 25 doch langsam etwas genervte Passader/innen erreichten schließlich ohne „Navi“ und mit mündlicher Nachfrage bei Einheimischen doch noch den Landgasthof in Timmdorf. Kaffee und leckerer Kuchen entschädigten am Ende alle für diese unfreiwillige Extratour rund um Malente. Um sicher zu gehen, dass der letzte Teil der Tour zügig in Richtung Passade verlief, übernahm Hagen Klindt auf dem Beifahrersitz die Navigation. So erreichten wir ohne Umwege um ca. 19.00 Uhr Passade mit dem Gefühl, eine lange Reise gemacht zu haben. Mal sehen, was uns nächstes Jahr erwartet? Für diese Tour auf jeden Fall danke an Ulf Brandt.